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Hochwasser-Check

Adresse eingeben – das Werkzeug liest die Hochwassergefahrenkarten nach § 74 WHG: HQ häufig, HQ100, HQ extrem, Risikogebiet, Wassertiefe. Für jeden Punkt in Deutschland, mit Jahr der Karte und Quelle.

Kurz beantwortet

Ob eine Adresse in einem Hochwassergebiet liegt, zeigen die Hochwassergefahrenkarten nach § 74 WHG in drei Stufen: HQ häufig, HQ100 (statistisch einmal in 100 Jahren) und HQ extrem; die Länder erstellen sie, die Bundesanstalt für Gewässerkunde führt sie bundesweit zusammen.

Davon zu unterscheiden ist das festgesetzte Überschwemmungsgebiet nach § 76 WHG: eine Rechtsverordnung des Landes, mindestens für das hundertjährliche Hochwasser. Dort sind neue Baugebiete und die Errichtung oder Erweiterung baulicher Anlagen nach § 78 WHG untersagt, Ausnahmen nur im Einzelfall. Der Check liest die Gefahrenkarte; ob ein Gebiet festgesetzt ist, steht im Portal des Landes.

Stand: 27.10.2026 · Nachlesen: § 74 WHG · § 76 WHG · § 78 WHG

01

Prüfen.

Ein Punkt, drei Szenarien. Das Ergebnis nennt die Karte des Landes und ihr Jahr.

Kostenlos, ohne Konto.

Die Adresse wird zur Verortung an Nominatim (OpenStreetMap) übermittelt, die Koordinate an unseren Server, der die Dienste des Bundes abfragt. Gespeichert wird nichts. Einzelheiten in der Datenschutzerklärung, Nummer 7.

02

So lesen Sie das Ergebnis.

HQ häufig

Hochwasser mit hoher Wahrscheinlichkeit, je nach Land etwa alle 10 bis 30 Jahre. Wer hier liegt, kennt das Wasser schon.

HQ100

Das hundertjährliche Hochwasser. Mindestens dafür setzen die Länder Überschwemmungsgebiete fest – die Fläche ist der Kern jeder Hochwasserfrage beim Bauen.

HQ extrem

Hochwasser niedriger Wahrscheinlichkeit oder Extremereignis, oft als das 1,5-fache des HQ100 gerechnet. Kein Verbot, aber ein Hinweis, den Versicherer und Käufer sehen.

Risikogebiet

Ein Gewässerabschnitt, für den das Land ein signifikantes Hochwasserrisiko festgestellt hat (§ 73 WHG). Nur dort gibt es Gefahrenkarten; außerhalb heißt „keine Fläche“ auch „keine Karte“.

Wassertiefe bei HQ100

In Klassen: bis 0,5 m, bis 1 m, bis 2 m, bis 4 m, darüber. Flächen hinter einem Deich sind eigens gekennzeichnet.

Ältere Karte

Der erste Zyklus von 2013/14. Er erscheint nur, wenn er den Punkt anders beurteilt als die aktuelle Karte – dann lohnt der Blick ins Portal des Landes.

03

Was der Check nicht weiß.

  • Ob ein Überschwemmungsgebiet nach § 76 WHG festgesetzt oder vorläufig gesichert ist. Das ist eine Verordnung des Landes und steht in dessen Portal; der Potenzialbericht prüft sie am Flurstück, wo das Land sie als Dienst bereitstellt.
  • Starkregen, Kanalrückstau und Grundwasser. Die Gefahrenkarten zeigen Fluss- und Küstenhochwasser.
  • Das Grundstück. Geprüft wird ein Punkt – die verortete Adresse. Ein großes Grundstück kann teils in der Fläche liegen und teils nicht.
  • Die Höhe des Gebäudes über dem Gelände. Die Wassertiefe ist die der Karte, nicht die im Erdgeschoss.
  • Was daraus folgt. Ob ein Vorhaben zulässig ist, entscheidet die Wasserbehörde nach § 78 WHG, nicht eine Karte.

Datenbasierte Potenzialeinschätzung, keine Rechtsberatung. Was die Daten nicht hergeben, steht als „noch zu klären“ im Bericht.

04

Häufige Fragen.

Was bedeutet HQ100?

Ein Hochwasser, das statistisch einmal in 100 Jahren erreicht oder überschritten wird – ein Hochwasser mittlerer Wahrscheinlichkeit nach § 74 Abs. 2 WHG. Es kann in jedem Jahr eintreten, auch zweimal hintereinander; die Zahl ist eine Wahrscheinlichkeit, kein Zeitplan. HQ100 ist zugleich das Ereignis, für das die Länder Überschwemmungsgebiete mindestens festsetzen müssen (§ 76 Abs. 2 WHG).

Was ist der Unterschied zwischen Gefahrenkarte und Überschwemmungsgebiet?

Die Gefahrenkarte ist eine fachliche Karte: Sie zeigt, wie weit und wie tief das Wasser bei drei Szenarien käme. Das Überschwemmungsgebiet ist Recht: eine Verordnung des Landes, die ein Gebiet festsetzt und damit die Verbote des § 78 WHG auslöst. Die Flächen überschneiden sich meist, sind aber nicht dasselbe. Dieses Werkzeug zeigt die Karte; die Festsetzung führt das Land.

Darf ich in einem Überschwemmungsgebiet bauen?

In einem festgesetzten Überschwemmungsgebiet ist die Errichtung oder Erweiterung baulicher Anlagen nach § 78 Abs. 4 WHG untersagt. Die Behörde kann im Einzelfall eine Ausnahme genehmigen, wenn das Vorhaben Rückhalteraum nicht beeinträchtigt oder ausgleicht, Wasserstand und Abfluss nicht nachteilig verändert, den Hochwasserschutz nicht beeinträchtigt und hochwasserangepasst gebaut wird (§ 78 Abs. 5 WHG). Ob das auf ein Grundstück zutrifft, ist eine Frage an die Wasserbehörde.

Mein Punkt liegt nur in „HQ extrem“ – was heißt das?

Die Fläche eines Hochwassers niedriger Wahrscheinlichkeit, in vielen Ländern als Extremereignis oder etwa das 1,5-fache des HQ100 gerechnet. Rechtlich folgt daraus in der Regel keine Festsetzung, aber die Karte ist der Hinweis, den Versicherer, Planer und Käufer sehen. Hochwasserangepasstes Bauen ist dort Vernunft, nicht Pflicht.

Warum zeigt die Karte „hinter einer Schutzanlage“?

Die Fläche liegt hinter einem Deich oder einer Mauer, die für das Szenario bemessen ist. Die Karte zeigt sie trotzdem: Schutzanlagen können versagen oder überströmt werden. Für die Festsetzung von Überschwemmungsgebieten zählen solche Flächen meist nicht, für die Risikobetrachtung schon.

Wie aktuell sind die Karten?

Die Länder überprüfen die Karten alle sechs Jahre (§ 74 Abs. 6 WHG). Der dritte Zyklus stammt aus den Jahren 2024 und 2025; das Werkzeug nennt das Jahr der getroffenen Fläche. Wo ein Land im aktuellen Zyklus noch Lücken hat, zeigt der Check zusätzlich die ältere Karte von 2013/14 – als Hinweis, das Landesportal anzusehen, nicht als Entwarnung.

Prüft der Check Starkregen?

Nein. Die Gefahrenkarten bilden Fluss- und Küstenhochwasser ab. Überflutung durch Starkregen, Kanalrückstau oder hoch stehendes Grundwasser steht in anderen Karten, die es nicht in jedem Land gibt. Der Potenzialbericht nennt sie, wo das Land sie bereitstellt.

Fundstellen.

Gesetz und Datenquelle, mit dem Tag, an dem wir sie nachgelesen haben.

Fundstelle: § 74 WHG im Volltext – Gefahren- und Risikokarten: die drei Szenarien (niedrige, mittlere, hohe Wahrscheinlichkeit), Ausmaß und Wassertiefe, Überprüfung alle sechs Jahre · Stand: 27.10.2026

Fundstelle: § 76 WHG im Volltext – Überschwemmungsgebiete: Festsetzung durch das Land, mindestens für das hundertjährliche Hochwasser; vorläufige Sicherung · Stand: 27.10.2026

Fundstelle: § 78 WHG im Volltext – im festgesetzten Überschwemmungsgebiet: keine neuen Baugebiete, Verbot der Errichtung und Erweiterung baulicher Anlagen, Ausnahme nur unter den Voraussetzungen des Absatzes 5 · Stand: 27.10.2026

Fundstelle: § 73 WHG im Volltext – Risikogebiete: die vorläufige Bewertung des Hochwasserrisikos · Stand: 27.10.2026

Fundstelle: Hochwassergefahren- und -risikokarten, WasserBLIcK/BfG (Dienste des Bundes) – die bundesweit zusammengeführten Karten der Länder, Zyklus 3 (2024/25) und Zyklus 1 (2013/14) · Stand: 27.10.2026

Und was geht auf dem Grundstück?

Die Ersteinschätzung misst Flurstück, Bestand und Umgebungsmaßstab; der Bericht prüft Hochwasser, Lärm, Denkmal und Schutzgebiete am Flurstück.

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